Freundschaftsbesuch und Trainingscamp der Pekiti-Tirsia Europe auf den Philippinen
Im März 2006 reiste ein europäisches Trainingsteam zu einem
Freundschaftsbesuch sowie zu einem zehntägigen
Trainingsaufenthalt auf die Philippinen. Uli Weidle und die
philippinischen Pekiti-Tirsia Vertreter vor Ort organisierten
sowohl den Aufenthalt der Gruppe auf den Philippinen sowie das
gleichzeitig stattfindende Trainingscamp.
Der Besuch sollte vorrangig zur Pflege der über viele Jahre gewachsenen
freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Pekiti-Tirsia Kali
Übenden aus Europa und dem philippinischen Ursprungsland dienen.
Die Teilnehmer der Reisegruppe sollten dabei Gelegenheit erhalten die
philippinische Lebensart und Kultur unmittelbar zu erfahren. Darüber hinaus gab es auch einen weiteren
besonderen Anlass für dieses Camp: Im März 2006 war es
genau zehn Jahre her, das Grand Tuhon Gaje die Brüder Achim und
Uli Weidle in den Philippinen beauftragte, das Pekiti-Tirsia in
Europa zu unterrichten und die Verbreitung des Pekiti-Tirsia in
seinem Namen zu organisieren. Dieses zehnjährige Jubiläum
des Gründungsauftrags für die Pekiti-Tirsia Europe wurde mit diesem
Trainingscamp in den Philippinen gemeinsam mit unseren philippinischen Freunden
gefeiert. Im Oktober 2006 wird dann das zehnjährige Bestehen der Pekiti-Tirsia
Europe mit einem zweiten Camp, das mit Grand Tuhon Gaje in Deutschland stattfindet,
gewürdigt werden.
Zusammenkunft in den Philippinen
Während einige des Teams schon einige Tage
früher angereist waren und die Zeit nutzten erste Eindrücke
von den Philippinen zu sammeln und sich an das philippinische Klima
zu gewöhnen, kam die Hauptgruppe einen Tag vor Trainingsbeginn
verteilt auf drei Flugzeuge am Ninoy Aquino Flughafen in Manila an.
Mit der Unterstützung des philippinischen Zolls konnten die
Ankommenden bereits unmittelbar nach verlassen des Flugzeugs in
Empfang genommen und bei den Einreiseformalitäten betreut
werden. Die Trainingsgruppe bestand aus Teilnehmern aus Deutschland,
Italien, Holland, Spanien, England, Finnland und Schweden.
Während die meisten der Gruppe aus Europa zum ersten mal in den Philippinen
waren, gab es auch einige, die bereits zum zweiten oder gar zum
dritten mal zu einem Pekiti-Tirsia Trainingscamp in die Philippinen
reisten. Die Leitung der Gruppe hatte Mandala Uli Weidle, der die Philippinen von
seinen vielfachen Aufenthalten in den letzten zehn Jahren schon sehr
gut kannte. Uli reiste schon einige Wochen vor dem Camp
auf die Philippinen, um dort gemeinsam mit seinen
philippinischen Freunden die letzten Details für das Camp
vorzubereiten. Nach einem kurzen Empfang beim Flughafen ging
es gleich weiter zum ersten planmäßigen Sammelpunkt in
Makati. Auf der Fahrt vom Flughafen wurde die Route so gewählt,
dass die Neuankömmlinge schon während der Fahrt erste
Impressionen von den Philippinen sammeln konnten. In unserer Basis in
Makati angekommen wurden alle mit Speisen und Getränken
empfangen und konnten sich etwas erholen, bis dann am Nachmittag die
letzte Teilgruppe mit ihrem Flieger ankam und vom Flughafen abgeholt
wurde. Zur Begrüßung kamen auch Grand Tuhon Gaje, sein
Neffe Mandala Rommel Tortal und das unterstützende Trainerteam
von den Manila Pitbulls und den Recon Marines. Nach einem kurzen Briefing
bei einem gemeinsamen Essen in der
Makati-Base ging es dann gleich weiter in das erste Trainingsgebiet,
das KUTT in Antipolo.
Training im KUTT – “Kali Culture Under The
Trees” in Antipolo:
Nur kurze Fahrtzeit von Makati und der hektischen
Großstadt gelegen, vermittelt das KUTT-Areal das Gefühl in
einer anderen Welt zu sein. War die Hitze am Flughafen und in Makati
für die frisch aus dem europäischen Winter
angekommenen fast unerträglich gewesen, so dass an ein
körperlich anstrengendes Training gar nicht zu denken gewesen
wäre, sorgte die Berglage des KUTT-Areals für ein
gemäßigteres Klima. Jahrhundertealte Bäume mit
meterdicken Stämmen und langen über viele Jahrzehnte
gewachsene Luftwurzeln schufen eine fast mystische Atmosphäre
und spendeten kühlen Schatten und frische Luft. Man hatte das
Gefühl im KUTT in einem weit abgeschiedenen Kali Refugium zu
sein und dieses Gefühl trog nicht. Im KUTT gab es philippinische
Kultur und Kali pur. Es gab freie Grasflächen und Sandareale
ideal für Kali und Dumog, Reifen-Dummies für Schlagübungen, sowie offen einsehbare Bauten für Szenario-Training. Kurz: ideale Trainingsbedingungen.
Bis zu diesem Camp wurde das Areal ausschließlich
für private Trainingszwecke genutzt und war nur Freunden der
Familie zugänglich. Auf Grund der persönlichen Kontakte von
Uli Weidle hatte die Pekiti-Tirsia Gruppe aus Europa das Privileg die
erste internationale Trainingsgruppe zu sein, die in dem Areal
trainieren durfte. Das Training im KUTT hatte ein ganz besonderes
Flair und allein das Erlebnis dort trainieren zu dürfen
wäre es wert gewesen auf die Philippinen zu reisen.
Grand Tuhon at his best
Grand Tuhon Gaje genoss sichtlich die tolle Atmosphäre während
des ganzen Camps. Auch Filipinos, die am Camp teilnahmen, staunten
wie großzügig Grand Tuhon nicht nur fortgeschrittenste
Kampfmethoden des Pekiti-Tirsia zeigte, sondern auch die
funktionalen Zusammenhänge im Detail logisch und am praktischen
Beispiel erläuterte. Das im Camp angebotene Material war
definitiv eines zehnjährigen Jubiläums würdig. Unterstützt wurde Grand Tuhon durch drei
kampferprobte Recon Marines, die seit fast 10 Jahren Pekiti-Tirsia
beim Marine Corps trainieren und aus ihrem
reichen Erfahrungsschatz von Nahkampfeinsätzen berichten
konnten. Die Marines übernahmen das regelmäßige
Kraft-, Ausdauer- und Beweglichkeitstraining. Auf der technischen
Seite wurde Grand Tuhon von Mandala Rommel Tortal unterstützt.
Für viele der Europäer war Rommel schon ein Begriff von
Ulis Erzählungen. Nachdem sie nun die Möglichkeit hatten
ihn persönlich zu erleben, konnten sie sich davon überzeugen,
dass Uli nicht übertrieben hatte.
Das Training „from dawn till dusk“
Noch vor Sonnenaufgang, um fünf Uhr Morgens startete das Training
„Recon like“ mit einem
Ausdauerlauf und wurde dann mit schweißtreibenden Übungen
am Reifen fortgesetzt. Das Beispiel der Recon Marines vor Augen
trainierte jeder bis an sein Limit. Die Trainingsatmosphäre
erinnerte die Teilnehmer an die von Uli Weidle in Europa regelmäßig
durchgeführten Warrior Camps.
Alle trainierten hart, man half sich gegenseitig. Jeder war erschöpft
aber glücklich.
Wenn es dann gegen Mittag heiser wurde, wurde das
Training unter der Leitung von Grand Tuhon und Mandala Rommel mehr
technisch – jedoch insbesondere wenn es um die
Dumog-Anwendungen ging nicht weniger intensiv. Dumog war ein
wichtiger Bestandteil des täglichen Trainings.
Selbstverständlich wurde nicht nur waffenloser Kampf, sondern
auch viel Stock, Schwert und vor allem Pekiti-Tirsia Messer
trainiert.

Kulinarisches Paradies Philippinen

Obgleich das harte Training und die ungewohnten klimatischen Bedingungen an
der körperlichen Substanz zehrten, brauchte sich niemand sorgen
machen, dass er Hunger leiden würde oder umgekehrt wegen zu
schwerem Essen nicht trainieren könne. Mit einer Küche vor
Ort und einem ganzen Schwarm an Angestellten, welche für das
leibliche Wohl der Trainingsgruppe zuständig waren, gab es über
den Tag verteilt im 2 Stunden Rhythmus immer wieder frische
philippinische Delikatessen zur Stärkung zwischen den
Trainingseinheiten. Gleich nach dem morgendlichen Kraft- und
Ausdauertraining gab es als erstes ein leichtes Frühstück,
das im Wesentlichen aus frisch zubereitetes Taho (einen leckeren,
warmen Trunk aus Sojabohnenquark mit Perltapioka / Maniok-Stärke,
auf Wunsch gesüßt mit braunem Sirup) und reichlich frisch
gepflückten Früchten sowie Tee bzw. Kaffee bestand. Ein
idealer Morgensnack zur schnellen Stärkung um gleich danach mit
dem Training fortfahren zu können. Im weiteren Verlauf des
Trainings gab es ständig Nachschub an frischen Getränken
und weiteren lokalen Köstlichkeiten, wie beispielsweise Adobo,
Kare-kare, Kinilaw, Lumpiang, Leche-flan, Longanisa, Penoy, Pinakbet
bagoong, Kwek-kwek, Sinigang na miso, Suman, Pansit, Mango bagoong.
Dazu natürlich Reis und einen nie endenden Vorrat frisch
gepflückter und gekühlter Buko (Kokosnüsse) zum Essen
und Trinken und eine fast unerschöpfliche Vielfalt an Früchten.
Einmal das Essen und spezielle die frischen Früchte probiert und
jedem war klar was Grand Tuhon meinte, wenn er in Deutschland sagt:
“ Come to the Philippines – come to
where the flavor is.”

Einige der Trainingsgruppe kamen in Begleitung
ihrer Lebenspartner, die nicht am Training teilnehmen wollten. Damit
es diesen nicht langweilig wurde bot die gastgebende Familie Bataclan
ein ganz besonderes Kulturprogramm. Von den besten
Einkaufsmöglichkeiten über Besuche in den sonst Touristen
nicht zugänglichen Bereichen von alten Kirchen über die
Einführung in philippinische Kochmethoden gab es auch für
diese ein reichhaltiges Programm mit vielen Erlebnissen, die in
keinem Buch zu finden sind und wie sie sicher nicht im Reisebüro
buchbar sind.
Regenerierung mit HilotEin weiteres Highlight im KUTT war die ständige
Hilot Betreuung der Camp Teilnehmer. Jeden Tag waren mehrere von der
ATHAG (Association of Traditional Health and Aid
Givers) empfohlene Hilot Therapeuten anwesend, die den
Trainierenden etwaige Verletzungen behandelten und zur Vermeidung von
Verletzungen war für jeden Camp Teilnehmer täglich eine
Hilot Massage Teil des Trainings. Diese Massagen lockerten
verkrampfte Muskeln, stärkten das Innere Gleichgewicht der
Trainierenden und regenerierten verbrauchte Energien. Als Ergebnis
der gesunden Verpflegung und der Hilot Betreuung gab es trotz des
immensen Trainingspensums und des physisch und psychisch
anstrengenden Trainings keine Verletzungen, Die Strapazen des
anstrengenden Trainings wurden kaum gespürt und die Gruppe war
immer voller positiver Energie.
Magische Momente beim Training mit Musik
Seit einigen Jahren gibt es bei philippinischen Künstlern eine
Tendenz zur Rückbesinnung auf die Werte und Künste der
eigenen Kultur in der vorspanischen Zeit, wobei die Kampfkunst und
die Bewegungskünste (Theater, Tanz, Musik) eine erfreuliche
Synthese eingehen. Dabei profitieren alle von einer Atmosphäre
des freien Austausches und der Entdeckung der Gemeinsamkeiten in den
traditionellen Werten. Pekiti-Tirsia Europe pflegt Freundschaften mit
einer Reihe dieser Künstler. Bei unserem Trainingscamp war dann
auch eine Musikgruppe anwesend, welche das Training mit
traditioneller philippinischer Musik begleitete. Für alle die
wollten gab es die Möglichkeit die traditionellen
philippinischen Instrumente unter Anleitung der Musiker zu erproben
und auch eine Einführung in den Ursprung und die Bedeutung der
Instrumente zu erhalten. Als die Musiker mit dem Training jammten
ergriff die Stimmung Europäer und Filipinos: das KUTT die Musik
und die Trainierenden wurden zu einer Einheit und es entstand einer
dieser magischen Momente, wie sie nicht mit Worten beschrieben werden
können.
Im
weiteren Verlauf des Camps besuchten die Camp Teilnehmer eine
Folkloregruppe, die verschiedene philippinische Tänze aus der
Zeit während und vor der spanischen Kolonialzeit aufführte.
Wer wollte konnte sich bei dieser Gelegenheit auch selbst als Tänzer
versuchen. Verschiedene Mitglieder der Gruppe nahmen die freundliche
Herausforderung an und bewiesen, dass die schnellen Beine und das
Körper- und Rhythmus-Gefühl aus dem Kali-Training auch sehr
gut für philippinische Tänze taugen.
Tagaytay, Balisong und Batangas:
Der
zweite Teil des Camps fand am Strand in San Juan, Batangas statt. Auf
dem Weg dorthin hatten wir nicht
nur Gelegenheit den berühmten Buko cake zu probieren, sondern
machten auch Abstecher zu landschaftlichen
Sehenswürdigkeiten der Philippinen, hier ist besonders der Taal
Vulkan zu erwähnen. Unterwegs machten wir auch Halt in Batangas, wo es
Gelegenheit gab die Schmiede der bekannten Batangas-Messer (auch
bekannt als Balisong oder philippinische Schmetterlingsmesser) zu
besichtigen und wer wollte, konnte natürlich auch jede Menge
Messer, Schwerter und andere Utensilien einkaufen. Für ein
Gruppe Kampfkünstler ein kleines Paradies. Training in San JuanIn San Juan logierte die Gruppe in einem
Strandresort, das Privatbesitz eines
bekannten philippinischen Künstlers ist und uns von unserem
philippinischen Freund empfohlen wurde. Ein echter Geheimtipp!
Sehr geschmackvoll, mit wunderbarem philippinischen Flair
eingerichtet. Direkt am Strand gelegen und mit schattenspendenden
Palmen bot es alles was eine Kali Trainingsgruppe benötigt. Dazu
kam, dass die Pekiti-Tirsia Gruppe das ganze Beach
Resort für sich alleine hatte, so konnten die Ressourcen
des Resorts ideal für das Training
genutzt werden und auch die im reichhaltigen Buffet dargebotenen
Mahlzeiten konnten ideal auf unsere Trainingszeiten abgestimmt
werden. Training am Strand und im MeerSchatten spendende Bäume und ein weiter
freier Sandstrand lud zum morgendlichen Ausdauertraining ein.
Insbesondere das Laufen im Strand war für viele eine ungewohnt
anstrengende Erfahrung. Gut vorbereitet durch die vorhergehenden
Trainingstage in Antipolo und inspiriert durch die Marines und Uli
Weidle, die vorne weg liefen, fanden alle ihre inneren
Energiereservoirs und fast alle konnten am letzten Tag dann auch
trotz kräftezehrenden Sand die volle Strecke laufen. Die Marines
zollten dem europäischen Team Respekt für ihre
Willensstärke und Fitness.
Nach
dem anstrengenden Training in der Morgendämmerung gab es
Trainingseinheiten angeleitet von Grand Tuhon Gaje und Mandala
Tortal, welche sich jeweils um eine Hälfte der Gruppe kümmerten
und dann austauschten. Schwerpunkte waren auch hier Dumog und
Messertraining. Das Training fand am Strand und bei heißeren
Temperaturen unter Palmen im Schatten oder auch im Meer statt. Ein
nahe zum Resort gelegenes Schutzgebiet für Fische lud zum
Tauchen und Schnorcheln ein. Das Wasser war klar und voll mit
Fischen. Selbst Seeschildkröten gab es zu bewundern.
Eine Kali Familie

Unser Trainingscamp war in die philippinischen Schulferien gelegt, so
hatten Grand Tuhons Frau und ihr gemeinsamer Sohn Leo 'Jamjam' Gaje
III die Möglichkeit uns für einen Kurzurlaub in Batangas zu
besuchen. Der europäischen Gruppe war es eine große
Freude, die wunderbare Zeit in San Juan mit den philippinischen
Freunden zu teilen und auch die Familie von Grand Tuhon kennen zu
lernen. Während unseres Trainings in San Juan kamen
außer den Recon Marines und einigen der Pekiti-Tirsia Pitbulls
auch Mitglieder eines polizeilichen Anti-Terror Kommando welche das
Training bereicherten und Gelegenheit zu so einigen Fachsimpeleien am
Lagerfeuer boten. Campteilnehmer mit polizeilichem oder militärischem
Background hatten die Möglichkeit an einem Training der
philippinischen Nationalpolizei teilzunehmen und das dortige
Ausbildungsprogramm in «Pekiti-Tirsia Gunology» unter
Leitung von Mandala Rommel Tortal live zu erleben und auch ihr Können
am Schießstand zu erproben.
Manghihilot im Camp
Trotz seines sehr engen Terminplans und einer geschäftlichen Einladung
der Shangri-La Hotel Kette setzte Boy Fajardo, der leitende Hilot
Experte der ATHAG, alle Hebel in Bewegung und nahm selbst eine
mehrstündige Anfahrt auf sich, um persönlich in unser Camp
zu kommen, und seine philippinischen und europäischen Freunde zu
begrüßen. Gerne war er auch bereit bei dieser Gelegenheit
die Europäer über theoretische und praktische Grundlagen
des Hilot zu informieren. 'Tito' Boy Fajardo ist auf den Philippinen
ein sehr angesehener Hilot Experte, der nicht nur selbst aus einer
Familie von bekannten Heilern kommt, sondern es sich auch zur Aufgabe
gemacht hat, Hilot so zu verstehen, dass es über die reine
Intuition des erfahrenen Hilot Heilers hinaus auch systematisch
nachvollziehbar und wissenschaftlichen Ansprüchen genügend
erklärbar ist. Tito Boy hat schon an vielen Universitäten
außerhalb der Philippinen Vorträge zu Hilot gehalten und
ist von der philippinischen Regierung beauftragt, Hilot weiter zu
systematisieren und so auch echte Heiler von Scharlatanen zu
unterscheiden. Das freundliche Wesen von Tito Boy strahlt vom
ersten Augenblick an Ruhe und Zufriedenheit aus. Gesundheit ist ein
innerer Zustand der Balance und des „im Einklang Seins mit den
universellen Gesetzen der Natur“ wie Tito Boy zu sagen pflegt.
„Du kannst nicht geben, was Du nicht selbst hast.“ sagt
er wenn er beschreibt, wie ein Hilot Ausbildung funktioniert. Er hat
es definitiv. Das Grundlegende Vorgehen beim Hilot
beschreibt Tito Boy wie folgt: «The
principles of Hilot have been practiced for more than a thousand
years and date back to an era that pre-dates Philippines written
history. It is a highly intuitive treatment therapy wherein the Hilot
therapist identifies areas of energy imbalance through touch
diagnosis, and then customizes the treatment to alleviate or remove
the imbalances.» Und das dem Hilot zugrundeliegende
Denkmodell beschreibt er als: «The
basic concept of Filipino Traditional Healing is that health and
wellness are the results of balance and harmony, and that discomfort
and illness are the results of imbalance and disharmony. As such, the
goal of Hilot treatments is to restore balance and harmony in all
bodily functions, and in their interactions, thereby restoring the
normal, natural functioning of the body.»
Die Gemeinsamkeiten in der Philosophie des Hilot und des Pekiti-Tirsia
sind erstaunlich – wenn auch nicht weiter verwunderlich, denn
beide stehen in der Tradition derselben alten philippinischen
Kultur. Tito Boy erzählte auch, dass sein Großvater in
seiner Region selbst ein Champion der philippinischen
Kampfkunst gewesen sei. Tito Boy, der in seinen jungen Jahren dank
Hilot eine schwere Krankheit überstanden hatte,
konzentriert sich heute ausschließlich auf die Heilkunst, denn
ihr verdankt er seine Gesundheit und Vitalität.
Als Tito Boy im Camp war gab er auch Behandlungen bei einigen der Anwesenden. So war neben Grand Tuhon und seiner Frau, die selbst über profunde Kenntnisse in westlicher Medizin und philippinischer Kräuter– und Heilkunst verfügt, mit Tito Boy ein weiterer anerkannter philippinischer Heiler im Camp und es war interessant verschiedene Hilot Methoden zu sehen und zu erleben. Grand Tuhon, seine Frau und Tito Boy erläuterten Hilot Prinzipien und ließen dabei keine Frage unbeantwortet. Schade, dass Tito Boy nur für einen Tag Zeit hatte zum Camp zu kommen. Die Anwesenden waren beeindruckt von seinem freundlichen Wesen und seinen Kenntnissen der Heilkunst. Mandala Uli kündigte an, er würde den bereits bestehenden persönlichen Kontakt zu Tito Boy weiter aufrecht erhalten und mit Grand Tuhons und Tito Boys Unterstützung das Hilot weiter erforschen und fördern.
Ziel erreicht: Freundschaftsbesuch bot Einblick
in PhilippinenZiel von Mandala Uli Weidle und seinen
philippinischen Freunden war es gewesen das Land, die Leute und die
Werte der philippinischen Kultur und Kampfkunst den Camp Teilnehmern
erfahrbar zu machen. Dies ist eindrucksvoll gelungen. Das Camp
vermittelte eine besondere Erfahrung, wie sie nicht im Hotel oder den
üblichen Touristenregionen erlebt werden kann, sondern wie sie
nur von Freunden an Freunde vermittelt werden kann. Was Grand Tuhon
und Mandala Rommel zeigten war philippinische Kampfkunst vom Feinsten
jedoch ebenso wichtig war das unmittelbare Erleben, wie
philippinische Familien leben und wie sich dieses Lebensumfeld und
Lebensgefühl in der philippinischen Kampfkunst ausdrückt.
Eine menschliche Qualität, durch die sich auch das Miteinander
und das Training in der Pekiti-Tirsia Europe auszeichnet, und die von
Neueinsteigern auch sofort als solche gespürt wird. Dieses Camp profitierte von Mandala Ulis
zehnjähriger intensiver Philippinenerfahrung und möglich
wurde es durch die Freundschaft der Familie Bataclan und natürlich
den unbedingten Support von Grand Tuhon Gaje und seiner Familie. Ein
durch und durch gelungenes Event, das einen guten Überblick über
die Vielfalt der Philippinen Kampfkunst und Kultur geboten
hat und bei dem bestehende Freundschaften vertieft wurden und sich
neue Freundschaften entwickelt haben. Allgemeines Resümee der
Camp Teilnehmer war: „Nein, das Ziel wurde nicht
erreicht – es wurde übertroffen.“■
Persönliches Wort von Uli Weidle
In den letzten zehn Jahren auf den Philippinen
habe ich vieles erlebt, dass Pekiti-Tirsia Geschichte machte. Die
Einsetzung von Grand Tuhons Sohn Leo III. als sein Nachfolger, die
Einhundertjahre Pekiti-Tirsia Feier und die Einhundertjahresfeier der
Republik Philippinen, sowie die Battle of Grandmasters sind nur
einige der herausragenden Events, die mir spontan dazu einfallen.
Alle diese Events hatten etwas Einmaliges und ich möchte die
Erinnerung an keines davon missen. Ich war auf vielen Trainingscamps
in unterschiedlichen Regionen der Philippinen. Unter all diesen
Events nimmt aber dieses letzte Trainingscamp eine Sonderstellung
ein. Nie habe ich im Beisein von Amerikanern und Europäern die
Philippinische Kultur so dicht gepackt und hautnah erlebt. Das Essen
allein bot kulinarische Highlights, die für den normalen
Touristen kaum zu finden sind. Das ganze Miteinander zusammen mit den
Freunden aus den Philippinen und Europa bot so viele einzigartige
Momente, wenn ich dies Zeilen heute schreibe, bin ich immer noch
bewegt. Mein besonderer Dank geht an Kuya Jay, seine Eltern und seine
Familie, die mit ihrer Herzlichkeit und unbedingten Gastfreundschaft
dies alles ermöglicht haben. Und auch an Grand Tuhons Frau Gila,
die wie ein echter Freund immer unterstützend mit Rat und Tat zur
Seite steht – wann immer jemand Hilfe braucht, ist sie bedingungslos
zur Stelle um zu helfen. Natürlich auch meinen Dank an Mandala Rommel Tortal
sowie an Guro Jasper und seine Familie, an 'Silent Agent' Micky und alle Manila Pitbulls, die unser Camp unterstützt und mit
ihrer Anwesenheit bereichert haben. Auch die Recon Marines, die uns
mit ihrem Beispiel im Training motiviert und inspiriert haben und
meinen speziellen Freund, den Champ Daniel 'The Mumbaki' Foronda
möchte ich hier keinesfalls unerwähnt lassen. Danke
auch an alle Camp Teilnehmer, die unser Europa so hervorragend auf
den Philippinen vertreten haben. Dieses Camp in den
Philippinen wird mir immer als etwas ganz besonderes in Erinnerung
bleiben. Für dies und alles andere Danke ich auch ganz besonders
Grand Tuhon Gaje, dem Mann der dies alles möglich gemacht hat.
Uli Weidle, Reutlingen, Juni 2006
Impressionen vom Camp mit unserer Diashow (Laufzeit ca. 7 Minuten):
Download des Artikels im PDF-Format (ca. 490 KB))
→ Reisebericht 2004 (BBC, Special Action Force, Weihnachten, Neujahr, Otso-Otso,...)
→ Reisebericht 2002
→ Frühere Reisen und Events in unserem Action-Book
→ Kalender für Seminare und Events
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