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Irresistible Pekiti Tirsia Fever
Europäisches Grandtuhon Camp, Mai 2008


 

Von Norden und Süden, Westen und Osten

Es war Mai 2008, als das Europäische Pekiti Tirsia Hauptquartier in Reutlingen fast aus seinen Nähten platzte. Vom 17. bis zum 24. des Monats hatten sich Menschen von allen Ecken des Kontinents hier eingefunden: Aus Finnland im Norden und Italien im Süden, aus Spanien im Westen und Bulgarien im Osten, von den Bergen der Schweiz und Österreichs, vom tschechischen und deutschen Herzen des Kontinents. Hatten sich eingefunden, um von Grandtuhon Leo T. Gaje persönlich in der Kunst des Kampfes unterrichtet zu werden, dem Großmeister und Stilbewahrer des Pekiti Tirsia Kali.

Viele der Teilnehmer kannten Grandtuhon bereits, von Trainingcamps in Deutschland, auf Ibiza oder den Philippinen selbst. Aber Leo Gaje zu kennen, heißt noch lange nicht, ihn einschätzen zu können – und so konnte niemand im Vorfeld wissen, dass die kommende Woche das vielleicht intensivste Pekiti-Tirsia-Erlebnis werden sollte, das man jemals außerhalb der Philippinen sah.

Irresistible Pekiti Tirsia Fever

„Irresistible Pekiti Tirsia Fever“, unwiderstehliches Pekiti-Tirsia-Fieber, das war das Motto des Camps. Wie Uli Weidle, der europäische Cheftrainer, es ausdrückte: „Ein Fieber kann nicht einfach gelöscht werden. Man muss es rausschwitzen.“ Und geschwitzt, das haben wir. Grandtuhon Gaje, der gerade eine Woche vor dem Camp seinen 70. Geburtstag gefeiert hatte, machte von Anfang an klar, dass er nicht nach Deutschland gekommen war, um ein bisschen schnelles Geld zu machen. Anfänglich war das Training für täglich 9 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr angesetzt. Grandtuhon allerdings scherte sich nicht um irgendwelche Zeitpläne. Anstelle von sechs unterrichtete er neun bis zehn intensive, anstrengende Stunden pro Tag – schon am ersten Tag entschied er, noch eine weitere Trainingseinheit am späten Abend einzuführen.

Dabei ist Leo Gaje kein Lehrer, der eine Übung kurz vorführt und die Schüler dann mit ihr alleine lässt. Ihm ging es immer darum, dass jeder so gut wie möglich verstand, und wenn nötig zögerte er auch nicht, eine Übung mit jedem einzelnen im Raum persönlich zu wiederholen. Sogar als an einem Abend eine absolute Anfängerin ins Training stolperte, die nichts vom Camp wusste und nur ein Probetraining machen wollte, ließ Grandtuhon sie an der Stunde teilnehmen und nahm sich Zeit, auch ihre Fehler zu verbessern.

Seht ihr die Schönheit?

Diese kleine Begebenheit zeigte deutlich die Motivation, die hinter der Art und Weise steht, wie dieser Mann unterrichtet: Lebende Legende, die er ist, könnte Grandtuhon problemlos ganze Sporthallen füllen und eine Menge Geld damit verdienen. Aber sein Antrieb ist weder Geld noch Ruhm, sondern die Reinheit und Vervollkommnung der Kunst. Zu was aber führen Reinheit und Vervollkommnung? Zu Schönheit. Wenn man Leo Gaje zusieht, fühlt man sich eher an einen Tänzer erinnert – wenn auch an einen tödlichen – als daran, wie sich ein Kampfkünstler nach gängiger Vorstellung bewegen sollte. „See the beauty?“, “Seht ihr die Schönheit?”, fragte er oft beim Vorführen einer Übung. Und das tiefe, langgezogene „Naaan!“ das er ausstößt, wenn ein Schüler eine Übung gut macht, scheint eher der Ausdruck ästhetischer Befriedigung zu sein als technischer Kommentar.

Ästhetische Befriedigung war allerdings etwas, das der Gruppe in den Pausen zwischen den Einheiten nur selten vergönnt war. Uli Weidle (der sich wohl nicht im Klaren war, was er anrichtete) hatte am ersten Tag des Camps eine Karaokemaschine mitgebracht – mit verhängnisvollen Folgen. Keine einzige Unterbrechung gab es, in der Gandtuhon nicht das Mikrophon schnappte und so viele Lieder wie möglich zum Besten gab. Karaoke, so wurde mir gesagt, ist eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen auf den Philippinen – aber es schien uns, dass Meisterschaft im Karaoke vor allem durch Lautstärke erreicht wird, nicht durch sicheres Treffen der Melodie... Manche der Anwesenden begannen sich zu fragen, ob Grandtuhons Karaoke Teil eines mentalen Abhärtungstrainings war, dem er die Gruppe unterziehen wollte. Unvergesslich bleibt seine Selbsteinschätzung dabei: „Tuhon, willst du nicht erst deine Pasta aufessen, bevor du zu singen anfängst?“ „Nein, ich kann gleichzeitig essen und singen. Ich werd euch unterhalten!“

Fruchtbarer Boden

Egal wie großartig ein Lehrer ist oder wie perfekt seine Kunst, seine Arbeit bleibt ergebnislos, wenn sie nicht auf fruchtbaren Boden fällt. Man musste sich staunend fragen, woher Leo Gaje, ein Mann von 70 Jahren und schwer im Jetlag, all die Energie nahm, um so intensiv zu unterrichten. Als ich ihn eines Abends danach fragte, kam seine Antwort ohne zu zögern: „From you guys.“ „Von euch.“

Und tatsächlich war die Gruppe, die zusammengekommen war, um mit dem Großmeister zu trainieren, der fruchtbarste Boden, den man sich vorstellen kann. Pekiti Tirsia zieht eine ganz besondere Art von Menschen an, Männer und Frauen, die den Weg der Klinge als ihre Weise gewählt haben, das Leben und die Welt zu betrachten. Krieger, ja, aber gleichzeitig auch die wärmsten, freundlichsten Menschen, die man sich vorstellen kann. Generationen lang war Pekiti Tirsia ein Familiensystem – und genau das ist es heute immer noch. Das Camp hat es einmal mehr bewiesen: Vielleicht sind wir nicht durch das Blut gemeinsamer Vorfahren verbunden. Aber wir sind verbunden und geeint durch das Blut, den Schweiß und die Tränen, die wir zusammen im Training vergossen haben, durch unser gemeinsames Lachen, durch die Erschöpfung und das Hochgefühl, die wir teilten. Ich bin mir sicher, dass es dieses Familiengefühl, diese Zusammengehörigkeit waren, die die Synergie zwischen Grandtuhon und der Gruppe möglich machten – die Synergie, die uns dazu brachte, wirklich alles zu geben. Alleine der zeitliche Umfang des Trainings brachte die Gruppe an ihre Grenze, und darüber hinaus – und als unsere Körper nicht mehr konnten, war es unser Geist, der uns weitermachen ließ. Der Kampfgeist jeder einzelner Person im Raum, zu einer einzigen Seele verschmolzen, die niemals aufgeben wollte. Denn dies ist das Geheimnis: Im Pekiti Tirsia sagen wir, dass es nicht die Technik an sich ist, die von Bedeutung ist, sondern die Weise, wie die Technik dem Schüler vermittelt wird – dies gilt für den Lehrer. Aber auch für den Schüler geht es letztlich nicht um die Technik. Es geht darum, mit welcher Geisteshaltung er die Technik ausführt.

Hermeneutischer Zirkel in Spiralen und Dreiecken

Und als Grandtuhon fühlen konnte, dass unsere Geisteshaltung die richtige war, ließ er uns tief einsteigen in die Schönheit des Pekiti Tirsia – die gleichzeitig seine Tödlichkeit ausmacht. Wie erreicht man das Ziel, dem anderen keine Möglichkeit zum Konter zu lassen? Alle Antworten liegen in der Klinge, und um den Fixpunkt der Doppelmessermethoden herum bewegten wir uns wie auf Spiralen durch die verschiedenen Anwendungen der zugrunde liegenden Prinzipien. Im Pekiti Tirsia ist alles eins, und eins ist alles, und in den Übungen konnten wir immer wieder die gleichen Ideen entdecken – egal ob Messer, Doppelstock, Körperwaffen oder Bodenkampf. Wie auf einer Spirale bewegten wir uns – und auf einer Spirale kommt man nie zweimal beim selben Punkt an. Was gestern neu war wird heute, wenn es erst verstanden ist, zur Grundlage des nächsten Schritts. Wer den Kreis einmal komplett gegangen ist, ist auf der Spirale eine Ebene höher gewandert. Verstehen – Frage – Antwort, und die Antwort wird zum neuen Verstehen. Man spricht vom hermeneutischen Zirkel, aber in Wirklichkeit ist Verstehen ein Dreieck. Eine der vielen Antworten auf das Rätsel „Tri V Formula“.

Grandtuhon gab uns viele Ideen mit auf den Weg, die wir jetzt vielleicht kennen, aber noch lange nicht wirklich verstanden haben – bis dahin wartet noch viel Arbeit. Zwei Gegner stechen zur gleichen Zeit und im gleichen Winkel, aber nur einer trifft – wie kann das sein? Und in den letzten zwei Tagen das Camps wurden wir in das Pekadum Trigo eingeführt, die fortgeschrittenste Methode des Pekiti Tirsia. Diese Methode zu trainieren ist unsere Hausaufgabe für die nächsten Monate, bis Grandtuhon das nächste mal nach Deutschland kommt. Es war seine eigene Idee gewesen, das nächste Camp möglichst bald abzuhalten – es schien, als ob diese Woche im Mai für ihn genauso viel bedeutete, wie für uns. Wir freuen uns riesig darauf, wieder unter dem Großmeister zu trainieren.

Ein Versprechen

So viele Erinnerungen bleiben, auch wenn das Camp schon längst vorbei ist. Das schönste und wichtigste jedoch ist keine Erinnerung, sondern ein Versprechen: Jede und jeder von uns, die wir auf diesem Seminar waren, hat das Herz der Vervollkommnung unserer Kunst gewidmet. Die Gewissheit, das meine Pekiti-Tirsia-Familie auch in 10, 20, 30 Jahren noch an meiner Seite sein wird, macht mich überglücklich.

Where were you when we were there?

Text: Sixt Wetzler
Fotos: camp participants


→ Grandtuhons nächstes Camp in Reutlingen ist bereits fest terminiert für den 25.-27. Oktober (link).
→ Von 5.-15. März 2009 wird es ein Pekiti-Tirsia Europe Training Camp mit Grandtuhon Gaje in den Philippinen geben.


 

  
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