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Pekiti Tirsia und das Militär

Wer sich in der Kampfsport- und Kampfkunstszene ein wenig umsieht, findet schnell zwei sehr unterschiedliche Trainingsmethoden: Zum einen sind da die auf Befehl und Gehorsam aufbauenden hierarchisch-militärischen Systeme, die gut geeignet sind, große Gruppen an Trainierenden einheitlich auszubilden, zum anderen gibt es die familienorientierten Systeme, in deren Unterricht eine kleine Anzahl von Menschen entsprechend ihrem persönlichen Kenntnisstand und ihren jeweiligen Fähigkeiten unterwiesen werden.

Folgt man der oberen Einteilung, dann fällt das Pekiti Tirsia Kali klar in die Rubrik der familienorientierten Systeme: Das Pekiti Tirsia Kali ist die Kampfkunst der Familie Tortal, repräsentiert durch Grand Tuhon Leo Tortal Gaje, und ein Charakteristikum dieser Kunst ist die familiäre, persönliche und entspannte Atmosphäre mit der Grand Tuhon Gaje das Training gestaltet und auf die Eigenheiten des Individuums eingeht. Dennoch wird der Name Pekiti Tirsia seit einigen Jahren immer wieder im Zusammenhang mit militärischen Spezialeinheiten genannt. Wie kommt es dazu?

Bedeutung des Nahkampfes für Militärs

Die Bedeutung des Nahkampfes für Militärs hat sich mit der Zeit gewandelt. In den letzten großen Kriegen in Europa wurden Schlachten nicht mehr durch Nahkampf-Taktiken entschieden. Moderne Bewaffnung machte das Töten aus der Distanz so einfach, dass es sich nicht mehr lohnte, viel Ausbildungszeit auf das Überleben des Einzelnen zu verwenden. Der einzelne Soldat wurde (aus Sicht des Krieges) leicht zu ersetzen.

Primäres Ausbildungsziel wurde Disziplin - aber nicht im Sinne von Selbstdisziplin, sondern als Gehorsam dem Vorgesetzten gegenüber. Entsprechend wurden in der soldatischen Ausbildung nur die Methoden der Kampfkunst weiter verwendet, die geeignet waren, Soldaten so zu drillen, dass sie blind funktionieren. Viele der heute in Europa und USA verbreiteten Kampfsportarten (speziell die japanischen und koreanischen) stammen von diesen militärischen Linien ab, und diese Abstammung ist häufig auch klar im Training erkennbar.

Heute: Guerilla-Problem der Militärs

In der jüngsten Vergangenheit hat sich gezeigt, dass moderne Kriege und bewaffnete Konflikte in der Hauptsache nicht mehr durch große Mengen an Infanterie entschieden werden. Spätestens seit der Berichterstattung über den Golfkrieg und die Einsätze der Bundeswehr im Kosovo bzw. des deutschen Kommandos Spezialkräfte (KSK) in Afghanistan ist allen klar, dass moderne Streitkräfte heute mit anderen Aufgaben konfrontiert werden und andere Anforderungen zu erfüllen haben. Der Gegner in der modernen Kriegsführung bedient sich häufig der Guerilla-Taktik und kann nur mit Kenntnis und Anwendung geeigneter Methoden besiegt werden.

Diese Erfahrung machte auch die philippinische Armee. Im zweiten Weltkrieg waren es die philippinischen Freiheitskämpfer, die, nachdem die philippinischen Regierungstruppen und die amerikanischen Soldaten geschlagen waren, weiter kämpften und trotz unterlegener Bewaffnung durch Einsatz von Kali-Taktiken (Stichwort: Bolo-Batallion) den Vormarsch der japanischen Invasoren aufhielten und solange verzögerten, bis die Amerikaner in der Lage waren, ihre Kriegsmaschinerie neu zu organisieren und dann schließlich erfolgreich gegen die Japaner vorzugehen.

Obwohl diese Kriegsveteranen in den Philippinen noch heute bei Paraden als Helden gefeiert werden (siehe unseren Bericht zum Filipino Centennial) und inzwischen auch in den USA für ihre Verdienste anerkannt werden, hatte die philippinische Regierung (im Gegensatz zu den Amerikanern, die früh Spezialeinheiten, wie z.B. Delta Force und Navy Seals gründeten) ihre Lektion nicht gelernt. Weiterhin wurde nach den Methoden der Kolonial-Armeen ausgebildet und gehandelt (vielleicht auch weil militärische Eliteeinheiten als Risiko für die Demokratie angesehen wurden). Bis heute hat sich in der Auseinandersetzung der philippinischen Regierungstruppen mit den militanten Separatisten im Süden der Philippinen gezeigt, dass herkömmliche Armee-Strategien gegen Guerilla-Kämpfer praktisch wirkungslos sind.

Vor einigen Jahren setzte sich diese Einsicht auch bei den militärischen Führern der philippinischen Armee durch, und es wurde beschlossen, dass verschiedene Elite-Einheiten zusätzlich nach den Strategien und Taktiken der fast schon vergessenen philippinischen Kampfkünste ausgebildet werden sollten.

Die ersten, welche die Situation erkannt und die Lösungsstrategie in die Praxis umgesetzt haben, waren die Recon Marines. Die Recons sind die Fernaufklärer der Marine und verbringen viele ihrer Missionen in kleinen Kampfverbänden im feindlichen Gebiet. Im Gegensatz zu amerikanischen Spezialeinheiten können sie im Normalfall nicht mit ausgiebiger Luftunterstützung rechnen - diese Leute sind im Kampf auf sich alleine gestellt. Ihr Motto ist: "Outnumbered - But Never Outfought" (frei übersetzt: in der Unterzahl - aber nie unterlegen). In den Philippinen ist dies die von Freund und Feind am meisten geachtete, bewunderte und gefürchtete Spezialeinheit unter den Spezialeinheiten.

Lösung Pekiti Tirsia Kali

Als die Recon Marines sich auf die Suche nach "ihrem zukünftigen Nahkampfsystem" begaben, gab es natürlich viele Bewerber innerhalb und außerhalb der Philippinen, welche die Reputation, offizieller Ausbilder dieser Spezialeinheit zu sein, für sich beanspruchen wollten.

Die Recon Marines jedoch hatten auf Grund ihrer Kampferfahrung eine ziemlich gute Vorstellung davon, was sie wollten bzw. was sie nicht wollten. So gab es ein Auswahlverfahren, bei dem sich die verschiedenen Bewerber mit ihren jeweiligen Ausbildungsprogrammen präsentieren mussten. Unter all den Bewerbern war das Pekiti Tirsia System unter der Leitung von Grand Tuhon Leo T. Gaje als Einziges erfolgreich und wurde ausgewählt.

Die Ausbildung der Recon Marines im Nahkampf findet unter der Leitung von Grand Tuhon Gaje statt, und wenn dieser nicht persönlich vor Ort sein kann (wie z.B. während seines letzten Besuches bei uns in Deutschland), leitet sein Neffe Rommel Tortal das Training. Überzeugt durch die Erfolge der Recon Marines, ziehen die Seal-Teams und andere Spezialeinheiten mit Pekiti Tirsia Training nach, und auch die Heereskräfte und Luftwaffe haben großes Interesse an einer Pekiti Tirsia Ausbildung.

Als ich im Januar wieder bei Grand Tuhon Gaje auf den Philippinen war, waren wir im Armed Forces Philippines Central Command in Cebu eingeladen, und das Interesse an dem Ausbildungsprogramm war so groß, dass uns die leitenden Offiziere nicht gehen lassen wollten. Wir waren jedoch beide eingeplant, die Recon Marines und die anwesenden Spezialeinheiten der USA in Cavite auszubilden (wie auch in Deutschland in der Presse berichtet, trafen sich die US Spezialeinheiten mit den Recon Marines in der Vorbereitung der gemeinsamen Operationen im Süden der Philippinen zu gemeinsamen Training). Dabei zeigte sich, dass auch die US Special Forces großen Bedarf und großes Interesse an einer Ausbildung in Pekiti Tirsia Kali haben.

So waren Grand Tuhon und sein Neffe Rommel Tortal als einzige Nahkampfausbilder und überhaupt als einzige Nichtmilitärs für die gemeinsame Übung Balikatan 2002 zur Ausbildung der amerikanischen und philippinischen Soldaten eingeladen (Grand Tuhon wollte, dass ich auch dabei bin, aber leider ließen meine Verpflichtungen in Europa meine Anwesenheit in Basilan nicht zu). Für seine Verdienste wurde Grand Tuhon bei den Abschlussfeierlichkeiten des Balikatan Manövers eine Auszeichnung überreicht, und im Verlauf des Trainings wurde Grand Tuhon als Trainer für die Spezialstreitkräfte auf die US Basis in Okinawa und nach Fort Bragg in die USA eingeladen.

Warum haben sich die Recon Marines für Pekiti Tirsia entschieden? Sicher ist ein wichtiger Grund, dass die Pekiti Tirsia Kampfmethoden mit ihrer strickten Orientierung an der Klinge und dem direkten Gegenangriff die Recon Marines überzeugt haben. Mein gemeinsames Training mit den Recon Marines zeigte mir aber auch einen anderen wesentlichen Grund. Sie wählten Pekiti Tirsia auch deswegen, weil sie dieselbe Philosophie wie Pekiti Tirsia haben: Das Training mit den Recon Marines zeigt, welche Einstellung jemand haben muss, der in Extremsituationen überleben will. Zweiter zu sein ist nicht gut genug, und Erfolg gibt es nur im Team! Die Recon Marines sind anerkanntermaßen die besten in dem was sie tun. Ihr Training ist Produkt ihrer Lebenseinstellung.

 

Was es für uns bedeutet...

Pekiti Tirsia Kali ist heute ein so praxisnahes und realistisches System, weil es von Grand Tuhon und seinen Vorfahren immer wieder in der Praxis erfolgreich überprüft und weiter verfeinert wurde. Grand Tuhon sagt, Pekiti Tirsia Kali wurde im "Laboratory of Pain (Labor der Schmerzen)" entwickelt und getestet.

Gleiches gilt auch für die Recon Marines: Täglich riskieren Recon Marines ihr Leben und beweisen aufs neue die Wirksamkeit der Pekiti Tirsia Strategien und Taktiken im Nahkampf. Nach jeder Operation der Recons werden Erfahrungen ausgetauscht. Was haben die Recon Soldaten erlebt? Wo hat es Gefährdungen oder gar Verluste gegeben? Wie hätten Situationen besser gelöst werden können? Wenn diese Fragen besprochen werden, wird natürlich auch das Pekiti Tirsia System immer wieder gründlich durchleuchtet und Praxisfragen werden gestellt. Und eines ist gewiss: Die Recons riskieren bei jedem Einsatz ihr Leben und es darf nicht sein, dass sie sich aus Bequemlichkeit oder anderen Gründen gegenseitig in die Tasche lügen. Die Tradition des Laboratory of Pain im Pekiti Tirsia Kali wird fortgesetzt.

Natürlich gilt für die mit der Ausbildung der Recon Marines beauftragten Pekiti Tirsia Trainer, dass die Praxisprobleme der Soldaten von den Trainern verstanden und nachvollzogen können werden müssen. Daher nehmen die Pekiti Tirsia Ausbilder an einem Cross-Training mit den Recon Marines teil: Überleben im Dschungel, Kampfschwimmen, Tauchen, Fallschirmspringen, Bergsteigen, Bewegen unter Beschuss, Schiessen aus der Bewegung, Snipering und vieles mehr steht auf dem Programm. Eine einmalige Gelegenheit für die Pekiti Tirsia Kali Ausbilder von dem Erfahrungsschatz dieser Spezialisten zu profitieren!

Für Pekiti Tirsia ist es erfreulich festzustellen: die Pekiti Tirsia Prinzipien und Methoden haben im Kern nicht geändert werden müssen. Das System ist heute so aktuell wie eh und je.

Disziplin, Mut und Entschlossenheit

Die Recons haben Pekiti Tirsia schätzen gelernt, weil unsere Philosophie der Philosophie der Recons sehr ähnlich ist: Glaube an Erfolg, Gesundheit und das Leben sind auch für die Recons sehr wichtig. Die Philosophie ist die Grundlage für Selbstdisziplin, Mut und Entschlossenheit! Recon Marines können sich keinen Fehler leisten! Da sich die Recon Marines mehr auf ihre persönlichen Fähigkeiten (die Qualität des Menschen) als auf ausgefeilte Technologie oder Quantität der Soldaten verlassen müssen, ist Pekiti Tirsia Kali das Kampfsystem ihrer Wahl. Denn steht man in der vordersten Front, ist das Training ehrlich!

Autor: Uli Weidle, 26. Juni 2002



  
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